Der experimentelle Nachweis der inneren Welt

Wir fassen zusammen: Die Quantenphysik zeigt, dass es neben der materiellen Welt auch noch eine geistige Welt gibt. Es ist eine Welt aus reiner Information, die ich die innere Welt nenne. Mit ihr lassen sich die zwei fundamentalen Rätsel der Quantenphysik lösen. Und die innere Welt liefert auch eine plausible Erklärung für unser Bewusstsein.

Das klingt zwar ganz gut, ist aber zugegebenermaßen noch nicht wirklich überzeugend. Denn es fehlt bislang der experimentelle Nachweis der inneren Welt (in der Physik gibt es keine Beweise). Kann man die innere Welt überhaupt nachweisen? Ja, das kann man. Denn die innere Welt führt zu anderen Superpositionszuständen als die herkömmliche Quantenphysik: Die Superpositionszustände enthalten nicht alle Zustände, die möglich sind, sondern nur diejenigen Zustände, die es bereits gegeben hat. Bei den Atomen und Molekülen macht das heute keinen Unterschied mehr (das ist wichtig, denn da funktioniert die herkömmliche Quantenphysik ja ganz hervorragend). Je größer aber ein Objekt, desto größer der Unterschied. Ist ein Objekt so groß, dass es einmalig in der materiellen Welt ist, dann kann es sich, im Gegensatz zu dem, was die herkömmliche Quantenphysik besagt, in gar keinen Superpositionszuständen mehr befinden. Das stimmt voll und ganz mit der Realität überein. Denn alle makroskopischen Objekte um uns herum sind ja nie in Superpositionszuständen. Das gilt natürlich auch für Messgeräte, was das Messproblem löst.

Aber schon sehr große Moleküle sollten sich gemäß der inneren Welt in ganz anderen Superpositionszuständen als gemäß der herkömmlichen Quantenphysik befinden. Den experimentellen Nachweis dieser ganz anderen Superpositionszustände kann man als den Nachweis der inneren Welt betrachten. Denn eine andere Erklärung als mittels der inneren Welt ist nicht vorstellbar. Hier nun ein Vorschlag für ein entsprechendes Experiment:

Kunststoffe bestehen aus sehr großen Molekülen, sogenannten synthetischen Polymermolekülen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie in der Natur nicht vorkommen. Es stellt also kein Problem dar, in der Praxis geschieht das sehr oft, ein neues Polymermolekül zu erzeugen, das es hier auf der Erde noch nie gegeben hat. Gehen wir weiterhin davon aus, dass es dieses Polymermolekül noch nirgends in der materiellen Welt gegeben hat. Diese Annahme könnte kritisch sein, wenn die materielle Welt voller Planeten mit Lebewesen ist.

Das neue Polymermolekül gleicht einer Perlenkette, wobei jede Perle ein kleines Molekül darstellt. Es gibt zwei verschiedene kleine Moleküle, nennen wir sie A und B. Entscheidend ist, dass A und B beliebig angeordnet werden können. Nehmen wir nun vereinfachend an (das ändert nichts am Prinzip), dass das neue Polymermolekül sehr klein ist. Es entspricht einer Kette aus nur vier Perlen mit jeweils zwei A und zwei B. Dann sind sechs verschiedene Anordnungen der A und B möglich. Tatsächlich werden aber nur zwei verschiedenen Anordnungen hergestellt. Man stellt insgesamt 600 Polymermoleküle her, die eine Anordnung 540 Mal, die andere Anordnung 60 Mal.

Nach der Herstellung werden diese 600 Polymermoleküle vollkommen von ihrer Umgebung isoliert. Dann gehen sie in Superpositionszustände über. Gemäß der herkömmlichen Quantenphysik bestehen die Superpositionszustände jeweils aus allen sechs verschiedenen Anordnungen, also aus allen Anordnungen, die möglich sind. Und alle haben die gleiche Wahrscheinlichkeit von 16,66%. Gemäß der inneren Welt bestehen die Superpositionszustände jeweils nur aus denjenigen Anordnungen, die es bereits gegeben hat. Also nur aus zwei Anordnungen. Wobei die eine Anordnung eine Wahrscheinlichkeit von 90%, die andere eine von 10% hat.

Danach werden die Polymermoleküle wieder in enge Wechselwirkung mit ihrer Umgebung gebracht. Das entspricht einer Messung. Dadurch kollabieren alle Superpositionszustände und jeweils eine einzige Anordnung bleibt übrig. Hat die herkömmliche Quantenphysik recht, dann sollten alle sechs Anordnungen je 100 Mal übrigbleiben. Sind die Superpositionszustände hingegen gemäß der inneren Welt, dann sollten vier Anordnungen überhaupt nicht übrigbleiben, die eine Anordnung sollte 540 Mal und die andere Anordnung 60 Mal übrigbleiben. Würde man das beobachten, dann würde das den Nachweis der inneren Welt liefern.