Die Feinabstimmung der Naturkonstanten

Kann man auch ohne Multiversum die sogenannte Feinabstimmung der Naturkonstanten erklären? Ja, das kann man, wie ich bereits auf der Seite „Warum es nicht nur die materielle Welt gibt“ verkündet habe. Hier auf dieser Seite will ich das näher erläutern.

Das Universum selber hat für die Feinabstimmung der Naturkonstanten gesorgt, also den Auswahlmechanismus für den richtigen Satz von Naturkonstanten bewirkt. Richtig für die Entstehung des Kohlenstoffs. Nochmals das Grundprinzip, auf dem der Auswahlmechanismus beruht: Alle Ereignisse werden in der überall vorhandenen inneren Welt als reine Information archiviert und die Information über alle passenden Ereignisse aus der Vergangenheit taucht bei jedem neuen Ereignis auf und überlagert sich dem neuen Ereignis.

Beim Urknall entstanden alle Elementarteilchen, insbesondere auch die Elektronen und Quarks, aus denen die herkömmliche Materie besteht. Heute sind die Elementarteilchen einer Sorte völlig identisch. Und sie haben genau die richtigen Eigenschaften für die Entstehung des Kohlenstoffs, zeigen also die Feinabstimmung der Naturkonstanten. Aber beim Urknall war der Auswahlmechanismus noch nicht in Aktion, daher gab es beim Urknall alle Werte der Naturkonstanten. Das bedeutete, dass die Elementarteilchen einer Sorte, z.B. die Elektronen, keine identischen Eigenschaften, so wie das heute der Fall ist, hatten. Sie hatten vielmehr höchst unterschiedliche Eigenschaften.

Aber sofort trat das obige Grundprinzip und damit der Auswahlmechanismus in Aktion: Die Eigenschaften aller neu entstandenen Elementarteilchen (jede Neuentstehung ist ein Ereignis) wurde in der inneren Welt archiviert. Und alle Elementarteilchen einer Sorte waren bezüglich ihrer Eigenschaften in einer Überlagerung aus den Eigenschaften allen früher entstandenen Elementarteilchen der gleichen Sorte. Alle Elementarteilchen waren daher in einem Superpositionszustand aus sehr unterschiedlichen Eigenschaften.

Was bewirkte das? Das erläutere ich jetzt anhand der in den ersten Minuten nach dem Urknall erfolgten Bildung der Heliumkerne aus zwei Protonen und zwei Neutronen. Da war das Universum noch extrem heiß. Das machte einerseits die Bildung der Heliumkerne möglich. Führte aber auch dazu, dass sie zunächst nicht stabil waren, sondern wieder in zwei Protonen und zwei Neutronen zerfielen. Jedes Proton bzw. Neutron war bezüglich seiner Eigenschaften in einem Superpositionszustand aus den Eigenschaften aller anderen Protonen bzw. Neutronen. War also in einem Superpositionszustand aus höchst unterschiedlichen Eigenschaften. Was bewirkte, dass die Heliumkerne sich in einem Superpositionszustand aus ganz unterschiedlichen Zerfallszeiten (Lebensdauern) befanden. Das führte dazu, dass die Heliumkerne zu ganz unterschiedlichen Zeiten zerfielen. Manche zerfielen direkt nach ihrer Bildung, manche überlebten sehr lange.

Jeder Zerfall eines Heliumkerns stellte ein Ereignis dar, denn er führte zur Neubildung von zwei Protonen und zwei Neutronen. Die Eigenschaften dieser neu gebildeten Protonen und Neutronen wurden in der inneren Welt archiviert. Da es sehr viel häufiger den Zerfall direkt nach der Bildung gab, wurden sehr viel häufiger die Eigenschaften von Protonen und Neutronen in der inneren Welt archiviert, die als Heliumkerne sehr kurze Zerfallszeiten aufwiesen. Was dazu führte, dass bei den sich neu bildenden Heliumkernen sehr kurzen Zerfallszeiten verstärkt auftraten. Was wiederum zur weiteren Verstärkung der Archivierung der für sehr kurze Zerfallszeiten stehenden Eigenschaften der Protonen und Neutronen in der inneren Welt führte. Ein selbstverstärkender Effekt also. Es dominierten schließlich bei den Heliumkernen die sehr kurzen Zerfallszeiten. Wobei das allerdings nur für die extrem hohen Temperaturen in den ersten Minuten nach dem Urknall galt. Die Abkühlung des Universums führte dazu, dass die Heliumkerne immer stabiler wurden.

Das Grundprinzip bewirkte somit, dass nach der abgeschlossenen Bildung der Heliumkerne in den Superpositionszuständen der Eigenschaften der Protonen und Neutronen bestimmte Eigenschaften dominierten. Nämlich diejenigen, die bei den Heliumkernen bei den extrem hohen Temperaturen direkt nach dem Urknall zu sehr kurzen Zerfallszeiten führten. Was bedeutete, dass die Energieniveaus bei den Heliumkernen und bei ihren Zerfallsprodukten sehr ähnlich wurden. Was einer entsprechenden Abstimmung zwischen den anziehenden und abstoßenden Kräften entsprach. Das ist der Schlüssel für die Entstehung immer größerer Atomkerne und schließlich immer größerer Moleküle. Denn wenn das Energieniveau des Endprodukts sehr viel niedriger ist als die Summe der Energieniveaus der Ausgangsprodukte, dann ist das Endprodukt sehr stabil, was die Entwicklung zu noch größeren Produkten, also größeren Atomkernen bzw. Molekülen massiv erschwert oder sogar unmöglich macht.

Die ähnlichen Energieniveaus machten insbesondere auch die Entstehung des Kohlenstoffs möglich. Begleitet wurde diese immer bessere Abstimmung zwischen den Kräften natürlich von der entsprechenden immer besseren Abstimmung bei den Naturkonstanten. Bis hin zur heute bei ihnen beobachteten Feinabstimmung.