Warum es nicht nur die materielle Welt gibt

Vor ein paar Jahren hatte ich mir ein Ziel gesetzt, die Erklärung des Bewusstseins. Ein durchaus hochgestecktes Ziel. Wobei zumindest der Weg von Anfang an für mich klar war. Unser materielles Weltbild ist unvollständig, das verhinderte bislang die Erklärung des Bewusstseins. Ich musste die Ergänzung finden. Wie aber sieht sie aus? Irgendwann hatte ich die entscheidende Idee: Könnte das Rätsel des Bewusstseins nicht mit dem Rätsel der Verschränkung zusammenhängen? Löst man Letzteres, so liefert das die Ergänzung des materiellen Weltbilds. Was wiederum, so meine Hoffnung, das Bewusstsein erklärt. Also schaute ich mir die Verschränkung etwas genauer an.
Sie ist das seltsamste Phänomen überhaupt. Denn zwei verschränkte Objekte können sich augenblicklich beeinflussen, auch wenn sie viele Lichtjahre voneinander entfernt sind. Eine Erklärung gab es bislang nicht. Wobei klar sein sollte, dass die beiden verschränkten Objekte trotz großer räumlicher Distanz miteinander verbunden sind. In der materiellen Welt gibt es diese Verbindung zweifellos nicht. Sie kann es nur in einer geistigen Welt losgelöst vom Raum geben. Für die Physiker ist diese geistige Welt die Welt der Mathematik. Zwei verschränkte Objekte haben eine gemeinsame und untrennbare Wellenfunktion. Sie ist es, die gemäß herkömmlicher Sicht für die Verbindung sorgt. Allerdings ist das keineswegs zufriedenstellend. Zwar gibt es zweifellos einen Zusammenhang zwischen der Wellenfunktion und der materiellen Welt, also den zwei verschränkten Objekten. Denn die Wellenfunktion liefert ja sehr genau die Wahrscheinlichkeiten für die Resultate von Messungen. Aber die Wellenfunktion ist völlig abstrakt. Wie kann sie bewirken, dass zwei konkrete Objekte sich augenblicklich beeinflussen? Das ist überhaupt nicht plausibel. Daher kann die geistige Welt, in der die beiden verschränkten Objekte miteinander verbunden sind, nicht die Welt der Mathematik sein. Jetzt kommt der wichtigste Satz dieses Buches: Es muss eine „wirkliche“ geistige Welt geben, die mit der materiellen Welt aufs Engste verbunden ist. Wie aber sieht die Verbundenheit aus? Das musste ich klären. Was mir auch gelungen ist und das Rätsel der Verschränkung löst, wie ich jetzt erläutern werde.
Schauen wir uns hierzu zwei Quantenobjekte A und B an, die beide in einem Superpositionszustand aus schwarz und weiß sind (selbstverständlich gibt es in der Quantenwelt keine echten Farben, sie stehen für abstrakte Eigenschaften). A und B vereinigen sich und bilden ein neues zusammengesetztes Quantenobjekt, nennen wir es AB. Die Besonderheit von AB ist, dass es nur die Farbe grau haben kann. Das bewirkt, dass es für AB nur zwei mögliche Zustände gibt: A = schwarz und B = weiß oder A = weiß und B = schwarz. Was bedeutet, dass die Farbe von A die Farbe von B bestimmt und umgekehrt. Das gilt, wenn A und B zusammenhängen. Es gilt aber auch dann noch, wenn A und B getrennt werden und Lichtjahre voneinander entfernt sind. Genau das ist das Phänomen der Verschränkung.
Betrachten wir die Bildung von AB etwas genauer. Die Quantenphysik sagt, dass sich AB nach seiner Bildung in einem Superpositionszustand aus den beiden möglichen Zuständen befindet. Ohne zu erklären, wie es zum Superpositionszustand kommt. Er ist für die Quantenphysik ganz einfach „da“ und wird von der Wellenfunktion beschrieben. Hier setzte ich an. Meine Idee: Der Superpositionszustand wird von der inneren Welt erzeugt. Das geschieht so: Im Moment seiner Bildung ist AB noch nicht in einem Superpositionszustand, sondern in einem einzigen Zustand. Also nur in einem der beiden möglichen Zustände. Von AB wird im Moment seiner Bildung ein Abbild aus reiner Information in der inneren Welt erzeugt. Was bedeutet, dass es in ihr von Abbildern von AB nur so wimmelt. Denn die Bildung von AB ist nicht etwas Einmaliges, AB’s haben sich vielmehr in der Vergangenheit in der materiellen Welt bereits sehr oft gebildet. Und jede Bildung, ganz gleich wann und wo das geschah, führte zu einem neuen Abbild in der inneren Welt. Alle diese Abbilder sind noch vorhanden, denn alles in der inneren Welt ist unvergänglich. Weil sie losgelöst von Raum und Materie ist. Alle Abbilder der AB’s befinden sich in einem einzigen Zustand. Der ist entweder A = schwarz und B = weiß oder umgekehrt. Wobei die beiden Zustände zu je 50% vorkommen. Denn beide Zustände gab es mit gleicher Wahrscheinlichkeit bei der Bildung der AB’s. Alle Abbilder passen zum von uns betrachteten sich bildenden AB. Denn sie stellen ja mögliche Zustände dar. Da sie passen, üben sie eine Wirkung auf AB aus: Es nimmt die Zustände aller dieser Abbilder an und ist daher dann in einem Superpositionszustand aus den beiden möglichen Zuständen.
Jetzt werden A und B getrennt. Ihre räumliche Trennung hat aber keine Auswirkung auf die nicht-räumlichen Abbilder. Bei ihnen bleiben sie zusammen. Wenn A und B einige Lichtjahre voneinander entfernt sind, wird die Farbe von A bestimmt. Das ist eine Messung und eine einzige Farbe bleibt daher übrig. Nehmen wir an, es ist schwarz.
Die innere Welt ist überall, daher sind die Abbilder der AB’s überall. Sowohl bei A, als auch bei B. Jetzt kommt der entscheidende Punkt zur Erklärung der Verschränkung: Die Messung von A mit dem Resultat A = schwarz bewirkt, dass alle Abbilder, bei denen A = weiß und B = schwarz ist, nicht mehr passen. Weil sie keine möglichen Zustände mehr sind. Das bedeutet, dass nur noch diejenigen Abbilder eine Wirkung auf B ausüben, bei denen A = schwarz und B = weiß ist. Dadurch verschwindet der Superpositionszustand von B. Es bekommt eine eindeutige Farbe, und zwar weiß. Das geschieht augenblicklich und über beliebige Entfernungen.