Warum es nicht nur die materielle Welt gibt

Sie haben im ersten Teil meiner Website die zwei fundamentalen Rätsel der Quantenphysik kennen gelernt. Das sind die Verschränkung und das Messproblem. Vor einigen Jahren habe ich begonnen, nach einer Lösung für beide Rätsel zu suchen. Möglicherweise war das etwas größenwahnsinnig, zu meinen, dass man als Außenseiter dazu etwas Vernünftiges beitragen kann. Aber der Vorteil des Außenseiters besteht darin, dass er auch etwas verrückte Ideen verfolgen kann.

Ausgangspunkt war für mich die Frage, warum es überhaupt Superpositionszustände gibt. Tatsächlich kann die Quantenphysik die Superpositionszustände nur beschreiben. Sie kann nicht erklären, warum es sie gibt. Meine Idee war nun, dass die Superpositionszustände einen Blick über Raum und Zeit hinweg darstellen. Betrachten wir hierzu beispielhaft ein Wasserstoffatom. Es besteht aus einem Proton als Kern und einem Elektron. Letzteres befindet sich in Superpositionszuständen bzgl. Ort und Geschwindigkeit. Diese Superpositionszustände gibt es deshalb, so meine Idee, weil jedes Wasserstoffatom eine Überlagerung aus allen Wasserstoffatomen darstellt, die es bereits im Universum gegeben hat. Wobei es keine Rolle spielt, wo und wann sie entstanden sind. Natürlich sind stets nur ein einziges Proton und ein einziges Elektron vorhanden. Es ist die Information über alle anderen Wasserstoffatome, die zu den Superpositionszuständen des Elektrons führt.

Woher aber kommt diese Information? Es muss eine von Raum und Zeit losgelöste Welt aus reiner Information geben. Die nenne ich die innere Welt. Sie ist überall in der materiellen Welt vorhanden und überall völlig identisch. Sie liest Information aus der materiellen Welt ein und archiviert diese für alle Zeiten. Und sie kann umgekehrt archivierte Information in die materielle Welt auslesen. Das überbrückt Raum und Zeit und das erzeugt die Superpositionszustände.

Zur Erläuterung wieder zurück zu den Wasserstoffatomen. Wenn sich ein Wasserstoffatom neu bildet, dann bedeutet das die Erzeugung neuer Information. Die wird in der inneren Welt archiviert. Zu dieser Information kommt noch mehr Information hinzu. Nämlich alle bereits in der inneren Welt vorhandene passende Information. Die stammt von allen Wasserstoffatomen, die sich bereits in der materiellen Welt gebildet haben. Die Gesamtheit der Information stellt das individuelle Abbild des neu gebildeten Wasserstoffatoms dar. Das Abbild steht in engem Kontakt mit dem Wasserstoffatom. Es zeigt ihm, wie es auszusehen hat, erzeugt insbesondere seinen Superpositionszustand. Das gleiche Prinzip gilt natürlich auch für allen anderen sich neu bildenden Objekte.

Allerdings führt das zu anderen Superpositionszuständen als bei der herkömmlichen Quantenphysik. Sie enthalten nämlich nur diejenigen Zustände, die es bereits irgendwo, irgendwann in der materiellen Welt gegeben hat. Und die natürlich passen müssen. Bei allen Atomen und Molekülen macht das allerdings heute keinen messbaren Unterschied mehr. Das ist sehr wichtig, denn bei allen Atomen und Molekülen stimmt die herkömmliche Quantenphysik sehr gut mit der Realität überein. Je größer aber ein Objekt, desto größer die Unterschiede in den Superpositionszuständen. Das ist kein Nachteil, sondern es löst, wie ich jetzt erläutern werde, das Messproblem.

Beobachtet man ein Atom oder Molekül mittels eines Messgerätes, dann sollte sich das Messgerät gemäß der herkömmlichen Quantenphysik auch in einem Superpositionszustand befinden. Das tut es aber nicht und das ist das Messproblem. Bislang konnte keine wirklich plausible Lösung präsentiert werden. Die Erklärung der Superpositionszustände mittels der inneren Welt löst das Messproblem auf sehr einfache Art und Weise. Denn Messgeräte sind stets einmalig im Universum. Daher enthält die innere Welt keine passende Information. Was bedeutet, dass Messgeräte sich nie in Superpositionszuständen befinden können. Das gilt natürlich auch für alle anderen großen Objekte um uns herum. Darum merken wir nichts von der seltsamen Quantenwelt.

Noch ein paar Sätze zur inneren Welt. Sie enthält keine Materie und keine Energie. Sie stellt eine Welt aus reiner Information dar. Ihr wichtigstes Merkmal ist die enge Verbundenheit mit der materiellen Welt. Denn wie beschrieben, hat jedes Objekt sein individuelles Abbild in der inneren Welt. Es gibt daher zwischen beiden Welten einen in beide Richtungen gehenden Informationsaustausch.

Aha, es soll also noch eine Welt aus reiner Information geben. Ist das glaubhaft? Es spricht jedenfalls nichts dagegen, aber einiges spricht dafür. Denn neben der Lösung des Messproblems liefert die innere Welt auch die Erklärung für das Phänomen der Verschränkung. Und sie kann zeigen, wie unser Bewusstsein erzeugt wird. Sollte also die innere Welt wirklich existieren, dann sind die Konsequenzen für unser Weltbild gewaltig. Denn dann hat die geistige Welt eine eigenständige Existenz. Da die innere Welt ja nichts anderes als die geistige Welt darstellt. Tatsächlich spricht die Menschheit eigentlich schon immer vom Geist und unzählige Philosophen haben über den Zusammenhang zwischen Geist und Materie nachgedacht. Aber in der Physik hatte der Geist bislang keinen Platz.